Bewertung: *
Es war angekündigt als das größte TV-Event des deutschen Fernsehens. Mit über 10 Mios Budget, mit Stars wie Woll, Lauterbach, Bäumer, Wiesinger etc. Von Teamworx produziert ("Die Sturmflut") und die Regie hatte der erfahrene Roland Suso Richter. Es sollte ein unvergessliches Ereignis werden. Es sollte...
Was blieb war eine Zumutung, eine Blamage und ein Ärgernis. Wegen diesem miserablen Rührstück opferten die öffentlich Rechtlichen Millionen, die für Sport, Dokus, polit. Sendungen oder andere kleinere Filme nicht mehr zur Verfügung standen. Das ist traurig und macht aus einem zweiteiligen Machwerk einen Skandal. Nun, was ist so schlimm an diesem Film, der tatsächlich solide gemacht ist (der Feuersturm der Bombennacht überzeugt) und Filicitas Woll sowie Benjamin Sadler können sogar überzeugen. Nein daran liegt es nicht, es liegt an einem miserablen Drehbuch und eine ebensolche Dramaturgie. Die Klischee-Dreiecks Geschichte überzeugt nirgends. Der schwach gespielte Engländer spricht einerseits fließend deutsch, andererseits gar nicht; er geriert sich als Superman, indem er Bauchschuss und Morphium wie nichts wegsteckt; auch hat er immer Zeit für einen Quickie mit der verlobten (!) Frau Woll. Im Krieg, bei Bombenabwürfen...alles klar...warum brauch jeder deutsche Film diese platten Sex Szenen, wie unglaubhaft, wie schlecht...es gibt Klischee Bösewichter, Bankette, die es 1945 so gar nicht mehr gab. Auch werden Vorzeige Juden eingebracht, die leider zu dieser Zeit in Deutschland kaum noch lebten...trauriger Betroffenheits Kitsch...nichts kommt von der Katastrophe in Dresden 1945 rüber...fast alle überleben...die Engländer sollen differenziert gezeigt werden...es bleibt bei Abziehbildern, ihr psychischer Druck und der teilweise berechtigte Deutschen- Hass kommt kaum rüber...wie brav, verharmlosend, deutschtümelnd und unglaubwürdig ist dieser Film...ähnlich wie dem "Untergang" gelingt es den Deutschen keineswegs Beklemmung und Wahnsinn des Krieges darzustellen... durch mangelnde Glaubwürdigkeit der Holzschnitt- Figuren leidet man nicht mit und empfindet nichts außer Abscheu vor dem Film ! Was für ein Armutszeugnis für die Macher und was für eine Respektlosigkeit vor den Opfern...
Das schlimmste ist der Pathos- Schluss mit dem "Wir müssen nach vorne schauen" Merkel Sprüchen und der Köhler Rede in der Frauenkirche. was für ein konservativer, reaktionärer Schwachsinn. man wollte "Schindlers Liste" am Ende imitieren und man scheiterte...
Ein trauriges Kapitel des deutschen Fernsehens...wäre das tolle Thema doch nie verfilmt worden !