Bewertung: ****
Dieser Film löste einige Kontroversen in Cannes aus; andererseits ist der Regisseur David Cronenberg mit diesem Film in den USA enorm erfolgreich (ca. 26 Mill. $ Einspiel bis jetzt). Wie passt das zusammen? Der Film erzählt die Geschichte eines braven bis spießigen Ehemanns, der mit seiner Frau und 2 Kindern in einer typisch grässlichen Kleinstadt Amerikas lebt. Sein friedliches Dasein wird empfindlich gestört als 2 Verbrecher sein Kleinrestaurant überfallen. Im Affekt erschießt er beide Männer und wird als Held gefeiert. Ihm passt diese neue Rolle gar nicht. Die Geschichte ändert sich: Neue Gangster tauchen auf und die "Geschichte der Gewalt" wird weitergeschrieben.
Die Qualitäten des Films liegen klar auf der Hand. Brillante Schauspieler mit Viggo Mortensen, Maria Bello und Ed Harris, eine klasse, sehr ruhige Inszenierung; Spannung dank Story- twists ist auch geboten. Das macht einen überlegten Thriller. Aber ist der Film auch mehr ?
Es soll sich um eine Abhandlung über Gewalt in den USA (Inklusive 11.9) handeln. Aber letztlich kann der Film diese zweite komplexe Ebene dank einer an einer "Paten" Parodie (besonders William Hurt übertreibt) erinnernden letzten halben Stunde nicht ausarbeiten. Vieles ist zu platt erzählt und zu wenig glaubwürdig. Sicher, die überzogenen Sex-Szenen sind krass und zeigen die Charakter- Entwicklung von Mortensens Figur; auch die Gewalt ist hart, kurz und unbarmherzig; aber für eine Reflexion über Gwalt in den USA ist gerade das Ende zu glatt und kompromisslos. Da sind die Dänen mit "Dogville" und "Dear Wendy" weiter.
Aber nichts desto Trotz bleibt ein unterhaltender, spannender first class Thriller, der weniger verstört und glatter ausfällt als nach den euphorischen Kritiken gedacht.
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